Interkulturelle Medien in Hamburg
Netzwerk von Herausgeber/innen interkultureller Magazine
für Migrant/innen und Deutsche in Hamburg

Interkulturelle Medien leisten einen wichtigen Beitrag zu Integration von Migrant/innen. Sie bieten ethnienspezifische Informationen in der Muttersprache und/oder in Deutsch an und sind für Neuzuwander/innen ein wichtiger Zugang zu Informationen über Hamburg. Gerade für Menschen mit schlechten Deutschkenntnissen sind muttersprachliche Medien oft eine wichtige Informationsquelle. Der Zugang zu Information ist ein wichtiger Aspekt der Integration, da nur so eine Partizipation am gesellschaftlichen Leben möglich ist.
Um die interkulturelle Medienlandschaft in Hamburg bei ihrer Arbeit zu unterstützen, wurde 2004 das Netzwerk „Interkulturelle Medien in Hamburg“ initiiert, in dem sich Herausgeber/innen von interkulturellen Magazinen zusammengeschlossen haben. Die Magazine verfolgen integrative Ziele und tragen zur Völkerverständigung bei, indem sie zwischen der Kultur des Heimatlandes und Deutschland vermitteln.
Die Dienstleistungsagentur (DLA) von Unternehmer ohne Grenzen e.V. und Kulturbehörde Hamburg haben das Netzwerk „Interkulturelle Medien in Hamburg“ ins Leben gerufen. Das erste Treffen des Forums fand im November 2004 im Stadtteilbüro St. Pauli statt. Seitdem trafen sich die Teilnehmer/innen des Netzwerks zuerst vierteljährlich, dann monatlich mit variabler Teilnehmer/innenzahl. Gemeinsam wurde eine Broschüre entwickelt, die interkulturelle Magazine vorstellt und somit über die Medienvielfalt Hamburgs informiert. Dabei spielte das Engagement von Inka Manthey von der Kulturbehörde eine wichtige Rolle. Sie betreute dieses Forum und stand als Ansprechpartnerin der Kulturbehörde für interkulturelle Belange zur Verfügung und bietet gerade den Kulturschaffenden mit ausländischen Wurzeln eine gemeinsame Plattform für den Austausch. Frau Manthey geht nun in den Vorruhestand. Für diesen neuen Lebensabschnitt wünschen wir ihr alles Gute! Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit ihrer Nachfolgerin Frau Demirel!
Im Rahmen des Netzwerkes soll insbesondere der transkulturelle Austausch zwischen den Herausgeber/innen gefördert werden. Wichtige Informationen und Themen können so ethnienübergreifend an die Leser/innen der einzelnen Magazine weitergegeben werden.
Jedes einzelne Magazin leistet einen Beitrag zur Integration von Migrant/innen. Durch das Netzwerk geschieht dies nicht nur innerhalb der eigenen Ethnie sondern auf transkultureller Ebene, da es den Informationsfluss zwischen Deutschen und Nichtdeutschen sowie zwischen unterschiedlichen Kulturen fördert. Dies verdeutlichen auch die verschiedenen Sprachen der Magazine: Sie reichen von Afghanisch über Deutsch bis zu Urdu.
Die Netzwerktreffen bieten eine Plattform zum Erfahrungsaustausch über das interkulturelle Leben Hamburgs. Die Mehrzahl der Netzwerkpartner/innen betätigt sich ehrenamtlich im Netzwerk, da sie einen Verein oder eine Zeitung repräsentieren, die ehrenamtlich hergestellt wird.
Mitglieder des Netzwerkes sind Vereine, Einzelpersonen und Unternehmen. Sie alle engagieren sich um Völkerverständigung, wenden sich an einen bestimmten Kulturkreis oder bieten für bestimmte Ethnien Dienstleistungen an oder auch sind es Medien „in Gründung“.
Ziele des Netzwerks
Das Netzwerk verfolgt folgende Zielsetzungen:
„Zusammen sind wir stark“
Die gemeinsame Auflage beträgt mehr als 220.000 Exemplare und macht die Vielfalt der Hamburger Medienlandschaft deutlich. Gleichzeitig erreicht das Netzwerk einen großen Teil von Hamburger/innen – mit und ohne Migrationshintergrund - und trägt zur Völkerverständigung bei.
„Wir gehören hier her“
Das Netzwerk bildet Brücken zwischen Zugereisten und Hamburger/innen und versteht sich als Sprachrohr für ca. 30% der Hamburger Bevölkerung. Die Medien können und müssen dazu beitragen, das Thema Migration entsprechend gesellschaftlicher Realität zu platzieren. Dann ist eine gleichberechtigte Partizipation aller hier lebenden Menschen möglich, erst dann können auch die großen Potentiale, die in Zusammenarbeit mit Menschen anderen Kulturellen Hintergrundes legen, voll genutzt werden.
„Wir wollen unsere kulturellen Werte erhalten und mitteilen“
Dem Netzwerk geht es nicht nur darum, die eigenen Kulturen fortzuführen, vielmehr möchte das Netzwerk als Informations- und Kontaktplattform zu allen Weltteilen in und für Hamburg sein und das interkulturelle Miteinander in der Hansestadt fördern.
„Muttersprachen auch in der Ferne pflegen“
Mehrsprachigkeit ist die beste Vorbereitung unserer Kinder und jeder Gesellschaft in einer zusammenwachsenden Welt. Deshalb fördert das Netzwerk die Mehrsprachigkeit, indem Medien in der Muttersprache herausgegeben werden. Darüber hinaus erscheint die Mehrzahl der Magazine neben der Herkunftssprache auch in Deutsch, um denjenigen, die eine Sprache erlernen, den Zugang zur anderen Kultur und Sprache zu erleichtern.
„Wir kennen unsere Landsleute und ihre Mentalität“
Das Netzwerk kann Migrant/innen zielgruppengerecht erreichen und versteht sich deshalb als Multiplikator für Menschen mit Migrationshintergrund. In dieser Funktion möchte das Netzwerk auf die Belange der Migrant/innen in Hamburg aufmerksam machen.
Austausch unter Zeitungs- und Zeitschriftenmacher/innen
Da viele Herausgeber/innen ehrenamtlich tätig sind, unterstützen sich interkulturelle Magazinmacher/innen gegenseitig bei dem Zugang zu Informationen, der Optimierung der Produktionskosten und der professionellen Vermarktung.
Gemeinsame Aktivitäten:
Mai 2005: Erstmalige Präsentation des Netzwerks „Interkulturelle Magazine in Hamburg“ im Völkerkundemuseum während der „Langen Nacht der Museen“.
Juni 2005: Präsentation des Netzwerks beim Kongress „migration@work I“ sowie Entwicklung und Durchführung des Workshops „Berufsfeld Medien“.
2005 – 2006: Entwicklung der gemeinsamen Broschüre „Interkulturelle Medien in Hamburg“, die interkulturelle Magazine vorstellt und somit über die Medienvielfalt Hamburgs informiert.
September 2006: Pressetermin mit Vorstellung der Broschüre „Interkulturelle Medien in Hamburg“ mit der Kultursenatorin Prof. Dr. Karin von Welck.
Mai 2007: Präsentation des Netzwerks beim Kongress „migration@work II“ und Vorstellung der Broschüre „Interkulturelle Medien in Hamburg“.
Juni 2007: Einladung zur Sitzung des Ausschusses für Interkulturelles Zusammenleben der Bezirksversammlung Harburg am 25.06.2007 und Präsentation des Netzwerkes.
September 2007: Durchführung des gemeinsamen Seminars „Medienrecht“ durch finanzielle Unterstützung von Unternehmer ohne Grenzen e.V..